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Tipps und Meinung

Redington Classic Trout

Sie kommt in Tests diverser Foren und Magazine nicht vor, ist mir aber sehr ans Herz bzw. in die Wurfhand gewachsen. Im März 2017 probierte ich sie aus, um anschließend zu prophezeien: „Das wird meine zweitbeste Freundin“. Nicht nur in der vergangenen, sondern auch der diesjährigen Saison habe ich mit keiner anderen Rute häufiger gefischt und in den Kursen vorgeturnt als diesem feinenTeil in 4-90, wobei ich auch die 3er und die 5er erfolgreich im Einsatz.hatte. Sie ist leicht und lässt sich aufgrund ihrer sensiblen, moderaten Aktion auch dort gut aufladen, wo kaum Platz ist und der Köder nur mit diversen Trickwürfen präsentiert werden kann. Ich fische nämlich am liebsten dort, wo es eng ist und selten jemand hingeht. Schnurgefühl gibt sie jederzeit auch ohne schwere Leine und im Drill arbeitet sie weich bis ins Handteil, weshalb feine Vorfachspitzen nicht reißen und das Risiko des Ausschlitzens minimiert ist. Dabei bleibt sie jedoch immer am Fisch. Mit einer Rio Trout LT oder Orvis Hydros Superfine ist die Classic Trout bestens bestückt.

Für mich als Rucksackreisenden sind Kurzgeteilte immer ein Thema. Also testete ich im September 2018 an der Deutschen Traun die sechsteiligen 3-80 und 5-90 und fischte mit der 5er Anfang Oktober ganz entspannt in der Steirischen Salza. Der Punkt Extragepäck im Flieger kann definitiv runter von der Liste.

Perfekterweise hat sich auch der Preis reduziert. Die Vierteiligen kosten nun 199,50 € und die sechsteiligen 239 €, mit 30jähriger Herstellergarantie. Natürlich sind diese Ruten vorrätig.


Und weil es so schön dazu passt, ein paar Bemerkungen zu einer der genannten Schnüre:


Orvis Hydros Superfine

Sicher gibt es viele gute und sehr gute Fliegenschnüre, von denen jede berechtigt viele überzeugte Anhänger hat. Doch meine Art zu fischen und die Bedingungen am Fluss vor meiner Haustür haben dazu geführt, nur noch ausnahmsweise von der Hydros Superfine abzuweichen. Wer die Wiesent kennt, weiß, dass sie im Gebiet von Waischenfeld und abwärts überwiegend gemächlich bis langsam fließend daher kommt und eine ruhige, kaum strukturierte Oberfläche hat. Für die Bachforellen und Äschen ist alles, was sich an dieser Oberfläche abspielt, gut sichtbar und spürbar. Abgesehen davon, dass ich selbst wenig Freude an überschweren, kurzköpfigen und schussfreudigen Raketenschnüren habe, ist es bei der Fischerei mit Trockenfliege oder Nymphe auf Sicht keine gute Idee, ein Tau in der Nähe des Fisches ins Wasser fallen zu lassen. Oft kann man beobachten, dass angeworfene aktive Fische trotz passender Fliege und akkurater Drift nicht nur die Fliege nicht nehmen, sondern das Steigen einstellen oder sogar ihren Einstand verlassen. Selten wird der Hinweis ernst genommen, doch mal über das Verhalten der Schnur beim Aufsetzen und auch beim Abheben nachzudenken. Die Hydros Superfine macht mir diesen Stress nicht. Ich muss sie nicht werfen, sondern kann sie fliegen lassen, wie ich es mag. Sie schwebt aus wie ein Segelflugzeug und legt sich sanft auf dem Wasser ab. Das Coating ist nicht stark aufgeschäumt, weshalb sie gut gleitet und auch gut von der Oberfläche weg kommt. Sie folgt den Bewegungen der Rute zügig ohne Überreaktion und ist überall da die richtige Wahl, wo die Wiesent Ecken hat, in denen man mit 15m geradeaus nicht zurecht kommt oder von Bäumen umgeben ist. Dort gehen nur Spey oder Würfe aus der Manteltasche. Die lassen sich sehr gut ausführen, denn die Masseverteilung in Verbindung mit dem 10 Fuß langen Reartaper erleichtert ein Auslegen der Schnur in der Luft nach kurzem Impuls aus dem Handgelenk. Das lange Reartaper ist obendrein sehr vorteilhaft beim Menden. Insgesamt ist diese Schnur sehr gut zu dirigieren und unterstützt moderate und weiche Ruten hervorragend beim Ausspielen ihrer Vorteile. Bambusruten schließe ich hier ausdrücklich ein. Doch auch wer eine schnelle Rute aufladen will, kommt mit der Superfine auf seine Kosten. Die Schnur eine Klasse höher als die Rute zu wählen ist sicher ein alter Hut, doch hier wird der Nachteil des rauheren Aufsetzens wegen höherer Masse durch das 9 Fuß lange Fronttaper ganz gut ausgeglichen. Also bin ich bei allen Aktivitäten, die sich sowohl auf kurze Entfernung als auch auf Distanzen bis 15m abspielen, mit der Superfine bestens versorgt. Und wenn's mal weiter gehen soll, sie schießt auch gut. Kritikern, die bemängeln, dass sie aufgrund ihrer unscheinbaren Färbung nicht so gut zu sehen ist, möchte ich sagen: Ihr seid nicht die Einzigen, für die Fische ist das auch nachteilig.

Ich wünsche mir jedenfalls, dass die Hydros Superfine nie das Schicksal mancher Schnurlegende teilt und einer Mode geopfert wird.

  

 

 

 

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